Legokünstler in Playmobilausstellung

Hilfe, die haben Gelnhausen geschrumpft…
„Manchmal liegt im Kleinen das Große verborgen“, erkannte der Schweizer Lebenskünstler Seelacher. In diesem Schuljahr kann die Elisabeth-Strupp-Schule erstmals die große Welt in kleinen Teilchen abbilden und mit Klemmbausteinen arbeiten. Akribisch haben die Kinder der 5.-7- Klasse in den vergangenen Wochen gearbeitet und aus weit mehr als 50000 Klemmbausteinen eine Stadt gezaubert. Viele alte historische Gebäude , aber auch moderne Geschäfte und Hallen sind entstanden. Nun gilt es, diese zu einem Großen zusammenzufügen. Ideen dazu schweben im Raum, … doch wie kann man diese umsetzen. Wie gut, dass im Museum in Gelnhausen hierzu ein Profi am Werk war, von dem man lernen kann. Der Künstler Oliver Schaffer hat in kleinen Detail reichen Dioramen die große Geschichte Gelnhausens versteckt. Die jungen Legokünstler der AG besuchten deshalb am vergangenen Donnerstag die Playmobilausstellung im städtischen Museum.
Interessiert wurden die Möglichkeiten betrachtet, wie man mit Plastikfiguren -die gekonnt drapiert wurden – eine ganze Epoche abbilden kann. Stopmotionfilme dort lassen die Szenen dann fast lebendig werden.
Die Kinder entdeckten in den Dioramen Figuren, die sie früher selbst besaßen, fanden heraus, dass die Männchen, mit denen sie vor Jahren selbst mal spielten, hier plötzlich als Phillip Reis telefonieren oder als Barbarossa aus dem Fenster schauen. Auch die düstere Periode um die Schulnamensgeberin Elisabeth Strupp stand dort als Playmobilszene und wurde von den Kindern analysiert.
Es wurde im Gewimmel der detaillierten Szenen nach besonders goldigen Figuren, lustigen Tieren oder Waffen geschaut, aber vor allem nach den Fehlern gesucht, die der Künstler bewusst einbaute. Dabei stellten sich viele Fragen zur Geschichte Gelnhausen „Warum laufen da Giraffen im Tross des Heeres?“ „Gab es damals schon Taschen?“ Hatten die schon Lampen“ „ Warum haben die so einen unsinnigen Satz durchs Telefon gesagt?“… ein Durcheinander an interessierten Fragen prasselten auf die begleitenden Lehrerinnen Frau Herrmann und Frau Mans, sowie auf die Stadtführerin Frau Ungermann ein. Erschöpft von der Flut neuer Erkenntnisse waren die Kinder froh, selbst mit Playmobil moderne Stadtszenen stellen zu dürfen oder sich zu verkleiden und als Ritter gedanklich in eine historische Szene zu entschwinden dort einer Herzensdame zu begegnen.
Mit vielen neuen Eindrücken können die Lego-AG-Teilnehmer nun in die nächsten AG Stunden starten und ihre Stadt ausstellungsreif gestalten. Vielleicht findet sich so irgendwann ein neuer Dioramakünstler, der das Große in noch etwas Kleinerem als Playmobil darstellt.